Vorschriften • 19.11.2025
Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen: Unterscheiden, um besser reduzieren zu können
Die Europäische Kommission hat Mitte September angekündigt, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 55 % statt wie ursprünglich geplant um 40 % senken zu wollen. Dieses ehrgeizige Ziel wäre Gegenstand einer Änderung des Klimagesetzes, die anschließend vom Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten gebilligt werden müsste. Um die Handlungsmöglichkeiten besser zu verstehen, müssen wir zunächst zwischen direkten und indirekten Emissionen unterscheiden, die in drei Kategorien, sogenannte „Scopes“, unterteilt werden.
Direkte Emissionen – Scope 1
Die ADEME (Agentur für Umwelt und Energie) definiert direkte Emissionen als Emissionen aus ortsfesten oder mobilen Anlagen innerhalb des Organisationsbereichs, d. h. Emissionen aus Quellen, die sich im Besitz oder unter der Kontrolle der Organisation befinden, wie z. B.: Verbrennung aus ortsfesten und mobilen Quellen, industrielle Prozesse ohne Verbrennung, Emissionen von Wiederkäuern, Biogas aus technischen Deponien, Austreten von Kältemitteln, Biomasse usw. Mit anderen Worten handelt es sich beispielsweise um Emissionen, die mit der Verwendung von Erdöl im Herstellungsprozess eines Produkts verbunden sind, oder um Emissionen, die durch die Abgase der Lkw-Flotte eines Unternehmens entstehen.
Indirekte Emissionen – Scope 2
Es handelt sich um Emissionen, die mit der Erzeugung von Strom, Wärme oder Dampf für die Aktivitäten der Organisation verbunden sind. Die Herstellung eines Produkts erfordert beispielsweise einen Energieverbrauch seitens der Fabriken. Diese Energie, die nicht von der Fabrik erzeugt wird, hat dennoch Treibhausgasemissionen verursacht und wird daher unter Scope 2 klassifiziert.
Sonstige indirekte Emissionen – Scope 3
Dies sind Emissionen, die nicht in Scope 2 erfasst sind, aber mit der gesamten Wertschöpfungskette zusammenhängen. Sie stehen nicht in direktem Zusammenhang mit der Herstellung eines Produkts, sondern vielmehr mit dessen gesamter Lebensdauer. Die Gewinnung von Materialien für die Herstellung von Rohstoffen, der Transport von Waren vor oder nach der Produktion oder das Recycling eines Produkts fallen unter Scope 3.

Die Reduzierung der gesamten Emissionen im Zusammenhang mit der Kältetechnik erfordert daher eine Verringerung dieser beiden Arten von Emissionen. Dabei handelt es sich um direkte Emissionen aufgrund von Kältemittelleckagen und indirekte Emissionen aufgrund des Energieverbrauchs der Anlage.
Eine ständige Überwachung der Anlagen ermöglicht es, diese Ziele zu erreichen:
- Dank Echtzeitdaten, die eine schnellere Reaktion ermöglichen, sobald ein Leck auftritt
- Dank einer angemessenen Kältemittelfüllung, die unnötigen Mehrverbrauch verhindert
- Mithilfe von Warnmeldungen und Tipps zur Energieoptimierung der Anlagen
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